Ratgeber
Alte Dokumente fotografieren: So erzielen Sie die beste Transkription
Die Qualität Ihrer Transkription hängt zu einem großen Teil von der Vorlage ab. Ein scharfes, gut ausgeleuchtetes Foto liefert deutlich zuverlässigere Ergebnisse als eine schräg aufgenommene, verschattete Aufnahme.
Die gute Nachricht: Sie brauchen keine teure Ausrüstung. Ein aktuelles Smartphone genügt. Es kommt nur auf ein paar einfache Punkte an. Wir zeigen sie Ihnen jeweils an einem Beispiel „so nicht" und „so ist es gut".
1. Nur den Text fotografieren


Hier wurde das ganze Buch samt Tisch fotografiert. Der hölzerne Hintergrund nimmt den größten Teil des Bildes ein – für die eigentliche Seite bleibt zu wenig Auflösung. Gehen Sie so nah heran, dass die beschriebene Seite das Bild fast vollständig ausfüllt.
2. Gleichmäßiges Licht, keine Schatten


Ein Schatten liegt über der Seite und verdeckt einen Teil der Schrift. Sorgen Sie für gleichmäßiges, indirektes Licht – etwa am Fenster – und achten Sie darauf, dass weder Ihre Hand noch das Handy einen Schatten auf die Seite werfen.
3. Gerade von oben fotografieren


Die Seite wurde schräg von der Seite aufgenommen. Dadurch entstehen Verzerrungen, und Teile der Seite werden unscharf. Halten Sie die Kamera flach und parallel über die Seite, sodass die Ränder ein sauberes Rechteck bilden.
4. Die ganze Seite muss aufs Bild


Am rechten und linken Rand wurde Text abgeschnitten – diese Wörter fehlen vollständig und können nicht ergänzt werden. Achten Sie darauf, dass alle vier Ränder der Seite mit etwas Abstand im Bild liegen.
5. Kein Blitz


Der Blitz erzeugt einen hellen Fleck und ungleichmäßige Ausleuchtung, die die Schrift schwer lesbar machen. Schalten Sie den Blitz aus und nutzen Sie stattdessen vorhandenes Tageslicht.
6. Richtig herum hochladen


Die Seite wurde gedreht – auf dem Kopf oder um 90 Grad gekippt – hochgeladen. Laden Sie die Seite so hoch, wie man sie normal liest: aufrecht und in Leserichtung. Gedrehte Schrift wird deutlich schlechter erkannt.
Tipp: Nutzen Sie die Scan-Funktion Ihres Handys
Die meisten Smartphones haben eine eingebaute Dokumenten-Scan-Funktion – bei iPhones in „Notizen" oder „Dateien", bei Android-Geräten oft direkt in der Kamera oder in Google Drive. Diese Funktion erkennt die Seite automatisch, zieht sie gerade und schneidet den Hintergrund weg. Damit erledigen Sie „gerade fotografieren" und „nur den Text" in einem Schritt – oft einfacher und zuverlässiger als mit einem normalen Foto.
Ein ehrliches Wort zur Erwartung
Gute Fotos reduzieren Lesefehler erheblich. Trotzdem bleiben bei sehr blasser Tinte, Bleistift oder besonders schwer leserlichen Stellen manchmal Unsicherheiten. Scriptling markiert unsichere Stellen kenntlich – prüfen Sie diese bitte immer am Original gegen, bevor Sie Namen oder Daten in Ihren Stammbaum übernehmen. So bleibt Ihre Familienforschung verlässlich.
Häufige Fragen
In welcher Auflösung sollte ich alte Dokumente fotografieren?
So hoch wie möglich. Faustregel: Eine einzelne Textzeile sollte den Großteil der Bildbreite ausfüllen. Fotografieren Sie lieber nah heran oder machen Sie mehrere Teilaufnahmen pro Seite, statt eine ganze Doppelseite aus der Distanz aufzunehmen.
Darf ich den Blitz verwenden?
Nein. Der Blitz erzeugt einen hellen Fleck und ungleichmäßige Ausleuchtung, die die Schrift schwer lesbar machen. Nutzen Sie stattdessen gleichmäßiges Tageslicht am Fenster.
Kann ich mein Handy zum Scannen benutzen?
Ja. Die meisten Handys haben eine eingebaute Dokumenten-Scan-Funktion, die die Seite automatisch gerade zieht und zuschneidet. Das erledigt Perspektivkorrektur und Ausschnitt in einem Schritt und liefert oft bessere Ergebnisse als ein normales Foto.
Alte Schrift entziffern?
Testen Sie Scriptling direkt im Browser oder prüfen Sie vorab, welches Scan-Paket zu Ihrem Vorhaben passt.